08.03.2017

Caritas will Einheimische und Zugewanderte in Kontakt bringen

Zusammen Heimat gestalten

Die Caritas stellt 2017 einen Begriff in den Mittelpunkt, der von vielen Menschen als konservativ eingestuft wird. Die Verantwortlichen blicken damit bereits auf die Bundestagswahl im September.

 

Caritasdirektor Franz Loth (links) und Vorsitzender Gerrit Schulte.
Foto: Caritas Osnabrück

In den vergangenen Jahren sind viele Menschen nach Deutschland gekommen, weil sie ihre Heimat wegen Krieg oder Verfolgung verlassen haben. Heimat können sie hierzulande nur mit den Einheimischen zusammen finden – so sieht es die Caritas. Deshalb legt der Wohlfahrtsverband 2017 einen Schwerpunkt darauf, Ortsansässige und Zugezogene zusammenzubringen.

„Jeder denkt und fühlt etwas anderes, wenn man ihn auf das Wort Heimat anspricht“, sagt Gerrit Schulte, Ständiger Diakon und Vorsitzender des Osnabrücker Caritasverbandes. Bemerksnswert sei, dass das Wort noch vor wenigen Jahren nur von konservativen Menschen gebraucht worden sei. „Mittlerweile hat es Hochkonjunktur“, sagt Schulte mit Verweis auf den Blick in die Zeitungsregale.

Heimat hat mit Gastfreundschaft, Miteinander und Integration zu tun

Die Caritas wolle Aktionen initiieren, die jüngere und ältere Menschen anregen, sich mit ihrem eigenen Bild von Heimat zueinander zu setzen und zu schauen, wo Begegnung mit Einheimischen und Zugewanderten geschieht oder möglich ist.Schulte geht davon aus, dass es für ein Miteinander von Fremden und Einheimischen Engagement und Anstrengung aller Beteiligter braucht. „Mit der Kampagne soll nicht auf naive Weise überdeckt werden, dass wir es hier mit einem sehr anspruchsvollen Prozess zu tun haben. Gerade deswegen wollen wir jedoch weiterhin Impulse setzen, die helfen können, alteingesessene Menschen und neu Zugewanderte miteinander in Kontakt zu bringen und zusammen Heimat zu gestalten“, sagt er.

Franz Loth, Diözesan-Caritasdirektor in Osnabrück, blickt in diesem Zusammenhang auch Richtung Spätsommer: „Im September ist Bundestagswahl. Ich bin sicher, dass bis dahin vieles, was mit Heimat zu tun hat, besondere Bedeutung erhält.“ Die Caritas stehe ausdrücklich für eine Idee von Heimat, die mit Gastfreundschaft, Miteinander und Integration zu tun hat. „Dafür werden wir uns sehr deutlich positionieren.“

Auf ganz anderer Ebene setzt der Caritasverband an, wenn er die Situation auf dem Wohnungsmarkt in den Blick nimmt. Heimat finde man nur dort, wo man sich wohl fühlt. Das beginne mit den eigenen vier Wänden – und es werde immer schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden, betont Diakon Schulte. In einem Fachtag in der zweiten Jahreshälfte  wolle der Verband gute Beispiele vorstellen und Lösungswege skizzieren.“ (cpo/kb)