06.11.2015

In eigener Sache: Post hält Zusage über pünktliche Zustellung nicht ein

Warum kommt die Zeitung so spät?

Vor allem in den Postleitzahlenbereichen 28 und 48 bekommen die Abonnenten des Kirchenboten ihre Zeitung seit einigen Monaten in der Regel verspätet zugestellt, wenn sie durch die Post beliefert werden. Beschwerden wiegelt der Dienstleister ab.

 

Die Zeitung im Briefkasten: Diesen Service stellt
die Post nicht überall sicher. Foto: Matthias
Petersen

Das ist für alle Beteiligten ein großes Ärgernis: Wer in Bremen oder Emsbüren wohnt und den Kirchenboten als Postvertriebsstück in den Briefkasten bekommt, muss oft mehrere Tage auf die Zeitung warten. Dienstags wird die Zeitung gedruckt, mittwochs wird sie zur Post gebracht. Eigentlich müsste sie zwei Tage später beim Adressaten sein. Doch immer wieder gucken Abonnenten in den leeren Briefkasten. Oft erst am Dienstag der folgenden Woche wird die Zeitung in den betreffenden Bereichen zugestellt, manchmal auch noch später.

Winfried Schilder, Leiter der Vertriebsabteilung des Kirchenboten, beschwert sich regelmäßig beim Kundenservice der Post. „Im März gab es ein Spitzengespräch zwischen Vertretern der konfessionellen Presse und der Post“, sagt er. Die führenden Manager hätten bei dieser Gelegenheit überhaupt erst von den Beschwerden erfahren. „Danach besserte sich vorübergehend die Lage, aber seit einigen Wochen ist es wieder genauso schlimm wie vorher“, so Schilder.

Viele betroffene Abonnenten könnten sich nicht vorstellen, dass der Fehler bei der Post liege. Dem früheren Staatsbetrieb werde ein hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht. „Wir sehen aber die Post eindeutig in der Verantwortung, da sie die Zustellung der Postvertriebsstücke nach zwei Tagen zugesagt hat“, so Schilder.

Eine Anfrage der Kirchenboten-Redaktion bei der Pressestelle der Post in Hamburg blieb bisher ohne nennenswertes Ergebnis. Nach einer Woche hieß es mündlich, die betreffenden Mitarbeiter seien bisher nicht erreichbar gewesen. Schriftlich drückte die Post ihr Bedauern aus – und behauptete zudem, es gebe in den genannten Gebieten keine ähnlichen Reklamationen. Dem steht gegenüber, dass sich auch andere Medien in ihrer Berichterstattung mit dem Thema beschäftigen. Die in Rheine erscheinende Lokalzeitung (Postleitzahlbereich 48) schrieb zuletzt am 7. Oktober in einer launigen Kolumne über die „Nichtzustellung der Post“.

Der Kirchenbote prüft derzeit ein teureres Zustellverfahren, das ebenfalls die Post anbietet. Damit die Leser in Bremen oder Emsbüren ihre Zeitung endlich pünktlich bekommen. (pe)