16.02.2017

Fastenbotschaften als WhatsApp-Nachrichten

Sieben Wochen mit dem Handy

Zum Jugendkreuzweg kommen oft nur noch wenige junge Leute. Deshalb gibt es im Emsland ein neues Angebot in der Fastenzeit. Jede Woche kommt ein Gebet, eine Geschichte oder ein Lied – als Nachricht auf das Smartphone. 

 

Jede Woche gibt es eine Nachricht. Julia Schubert, Caroline Kirchner, Dominik Witte und Theresa Frey gucken schon mal aufs Handy. Foto: Petra Diek-Münchow

„Gib mir bitte mal die Nummer“, sagt Julia Schubert zu Caroline Kirchner. Und dann tippt sie die Zahlen rasch ins Handy ein: 01 77/3 38 07 51. Hat es geklappt? Die zwei jungen Frauen nicken – und werden jetzt vielleicht noch öfter als sonst auf ihr Mobiltelefon schauen. Denn von Aschermittwoch bis Ostern bekommen sie mittwochs und an mehreren Tagen in der Karwoche gegen 17.30 Uhr einen Gedankenanstoß auf ihre Smartphones: ein Gebet, ein Video, ein Lied, eine Geschichte, ein Rezept. Diese sollen sie wie ein „Countdown“ sieben Wochen durch die Fastenzeit begleiten.

Das Katholische Jugendbüro und die Jugendpastoralkonferenz im mittleren Emsland stehen hinter dieser Initiative mit dem Motto „#countdown“. Jede der zwölf Whatsapp-Nachrichten, die das Vorbereitungsteam verschickt, knüpft an die Kreuzwegstationen an. Aus gutem Grund. „Am Jugendkreuzweg nahmen zuletzt nur noch wenige Jugendliche teil“, erzählt Dekanatsjugendreferentin Theresa Frey von Erfahrungen zum Beispiel aus Meppen. Sie hatte mit ihrem Kollegen deshalb die Idee, ein neues Format anzustoßen: damit sich die Jugendlichen nicht mehr auf den Weg machen müssen, aber trotzdem für ihren Weg durch die Fastenzeit etwas bekommen. „So kann man den Kreuzweg Jesu im Alltag mitgehen“, sagt Pastoralreferent Dominik Witte. Er sieht darin auch eine Form des Neuanfangs: Jeder  Teilnehmer kann sich vornehmen, die Anregungen zu lesen, zu betrachten und zu bedenken.“ Und wer mehr wissen will, kann die angegebene Bibelstelle zu der entsprechenden Kreuzwegstation nachlesen.

Wie es funktioniert? Jeder Jugendliche (und natürlich auch  jeder Erwachsene) kann sich für diese Whatsapp-Gruppe anmelden. Dafür muss er oder sie das Wort „Countdown“ als Whatsapp-Nachricht an die Nummer 01 77/3 38 07 51 schicken und diese Nummer auch im eigenen Adressbuch abspeichern. Am Aschermittwoch wird der erste Beitrag gesendet, dann jeden Mittwoch und in den letzten Tagen vor Ostern zusätzlich jeweils eine Nachricht. Nach dem Ende am Ostermontag werden alle Daten und Handynummern gelöscht und nicht für Werbung oder zur Kontaktaufnahme genutzt.

Eingebettet ist die Aktion in zwei weitere Angebote. Das Vorbereitungsteam hat einen Gottesdienstentwurf zum Leitmotiv „Senden und empfangen“ für den Aschermittwoch erarbeitet und an alle katholischen Kirchengemeinden im Dekanat Emsland-Mitte geschickt. Das Konzept  eignet sich nach Meinung von Frey auch gut für Schulen. Dazu gibt es kleine Visitenkarten – mit Hinweisen zur Anmeldung für den „Countdown“. Außerdem gibt es am Karsamstag um 15 Uhr im  Einkaufszentrum MEP in Meppen  noch ein besonderes Treffen.

Petra Diek-Münchow

Wer mehr Infos oder den Gottesdienstentwurf anfordern möchte, kann sich im Jugendbüro melden: buero@kjb-emsland-mitte.de

 

 

Fastenblog in Bremen

 

Mit einem Fastenblog im Internet bringt die Bremer Pfarrei St. Katharina von Siena das Thema Fasten neu ins Gespräch. Mindestens fünf Frauen und Männer unterschiedlichen Alters haben sich bereiterklärt, über ihre Erfahrungen zu berichten. Worauf sie verzichten wollen, ob auf Fleisch, Süßigkeiten, Fernsehen, oder ob der Fastenwürfel entscheidet, verraten sie in einem ersten Eintrag am Sonntag, 5. März, unter http://st-katharina-bremen.de/woche-fuer-woche-der-fastenblog/

Initiatorin Elaine Rudolphi, pastorale Mitarbeiterin, freut sich, dass auch die Kindertagesstätte mitmacht. Die Kinder hätten sich schon im vergangenen Jahr kleine Dinge vorgenommen, zum Beispiel, nicht so laut zu schreien oder einem anderen Kind etwas Gutes zu tun. Rudolphi wünscht sich für ihre Aktion viele Nachahmer. Sie ist überzeugt: „Vom Glauben zu erzählen, geht am besten über praktisches Tun.“ Und: „Es muss nicht alles klappen, scheitern ist menschlich.“ (asa)