Jugendverbände im Bistum Osnabrück haben gewählt

Neue Leute für den Vorstand

Es ging hauptsächlich um die berufliche Zukunft der „Generation Praktikum“: Auf der BDKJ-Diözesanversammlung in Wallenhorst-Rulle beschäftigte man sich diesmal intensiver mit gerechten Arbeitsverhältnissen. Ebenfalls wurde ein Beschluss gegen Diskriminierung sexueller Orientierungen verabschiedet. Außerdem gibt es personelle Veränderungen.

 

Michael Vogt, Franziska Hochhäuser und Pastor Daniel Brinker sind neu im
BDKJ-Vorstand. Foto: Stefan Buchholz

Ein Jahr lang hatten sich die Mitglieds- und Regionalverbände des BDKJ im Bistum Osnabrück mit beruflichen Perspektiven für Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigt. Auf der Versammlung gab es zudem die Möglichkeit, in verschiedenen Workshops die Facetten der gegenwärtigen Arbeitswelt genauer unter die Lupe zu nehmen. Befristung von Arbeitsverhältnissen, Leih- und Zeitarbeit sowie die Situation von ausländischen Werkarbeitern waren einige der Themen. Im Beschluss „Gerechte Arbeitsverhältnisse für junge Menschen“ fassten die 80 Versammlungsmitglieder die Anliegen und Probleme der im BDKJ organisierten Verbände und Regionen zusammen. Dabei formulierten sie Forderungen an Entscheidungsträger in der Politik. Aber auch Kirche und Caritas sind aufgerufen, „als Arbeitgeber Vorbild zu sein und eigene Anstellungsverhältnisse zu überprüfen, vor allem mit Blick auf die Ausgliederung von Arbeitsbereichen in Subunternehmen, beispielsweise bei der Beschäftigung von Reinigungsfirmen, und auf die Entfristung von Arbeitsverträgen hinzuwirken.“

Zeitgleich zur von Papst Franziskus einberufenen Familiensynode in Rom, diskutierten die Teilnehmer über einen Antrag der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Sie hatte sich ein Jahr lang mit dem Thema Sexuelle Orientierung beschäftigt und festgestellt: Junge Leute, die sich in ihrer Sexualität noch nicht sicher sind oder sich nicht als heterosexuell bezeichnen, müssen oft Diskriminierung erfahren. Zwar wurde der KJG-Antrag noch an einigen Stellen modifiziert, jedoch mit großer Mehrheit angenommenen.

Weihbischof Johannes Wübbe feierte mit den Delegierten am Samstagabend einen Gottesdienst. Dabei wies er auf die zahlreichen Konflikte in der Welt hin. Wübbe richtete den Fokus auf die schlimme Situation junger Menschen. Er ermutigte die BDKJ-Mitglieder dazu, Flüchtlinge aus Krisenregionen barmherzig zu empfangen und sie zu unterstützen.

Drei neue Leute für den Vorstand

Michael Vogt und Franziska Hochhäuser wurden neu in den Vorstand gewählt. Mit Daniel Brinker hat der BDKJ zudem einen neuen Präses. Der 41-Jährige ist Pastor in der Pfarreiengemeinschaft Spelle-Schapen-Lünne-Venhaus. Brinker war bislang Diözesanpräses der Kolpingjugend. Als Ziele für seine Amtszeit bezeichnete er die Vernetzung der Verbände untereinander. Zudem will er für eine gute Außenvertretung gegenüber Kirche und Politik sorgen.

Brinker löst Michael Franke ab. Franke bleibt Diözesanjugendseel­sorger und Geistlicher Rektor der Jugendbildungsstätte „Haus Maria Frieden“ in Rulle. Außerdem ist er seelsorglicher Mitarbeiter in zwei Osnabrücker Gemeinden und übernimmt die Leitung des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe (PWB). Deshalb gab er das Amt des BDKJ-Präses ab.

Michael Vogt kommt aus Belm-Icker. Dort ist der 26-Jährige seit seiner Kindheit in der Jugendarbeit engagiert. In seiner Antrittsrede betonte er, die Interessen, Anliegen und Wünsche junger Menschen zukunftsfähig gestalten zu wollen. Vogt übernimmt das Amt von Markus Wellmann. Der 26-Jährige gab den Posten auf, weil er sich nach dem Ende seines Theologiestudiums beruflich orientieren will. Wellmann war in seinen vier Jahren als Vorsitzender für die Bereiche Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Ebenfalls auf der Zielgraden des Studiums und in der Phase der beruflichen Orientierung ist Anna Jansen, weshalb sie ihr Amt als Vorsitzende aufgab. Jansen war beispielsweise für die 72-Stunden-Aktion des BDKJ mit dem Motto „Uns schickt der Himmel“ zuständig. Die neue Vorsitzende Franziska Hochhäuser aus Georgsmarienhütte lernte den BDKJ bereits über ein Freiwilliges Soziales Jahr vor zwei Jahren kennen. In ihrer Amtszeit möchte die 20-Jährige ihre Erfahrungen aus der Jugendarbeit vor Ort nutzen.

Im BDKJ-Diözesanverband sind 18000 Kinder und Jugendliche organisiert. Laut der Bundesordnung will der BDKJ sie zu kritischem Urteil und eigenständigem Handeln aus christlicher Verantwortung befähigen nach dem Motto „Katholisch-Politisch-Aktiv“ anregen.

Stefan Buchholz

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