16.02.2017

Firmvorbereitung

Mein Freund, der Katechet

Wer sich an die eigene Firmvorbereitung erinnert, denkt an ältere Katecheten und Unterricht aus dem Lehrbuch. Die Pfarreiengemeinschaft Wallenhorst geht andere Wege: Die Katecheten sind eineinhalb Jahre älter als die Firmlinge.

 

Junge Katecheten (v.l.): Sina Langemeyer, Jana Reese, Frauke Ströer (alle 18) und Simon Felix Tiesmeyer (17). Foto: Nadine Vogelsberg

Auf den ersten Blick ist kaum zu erkennen, wer Firmling und wer Katechet ist, so jung sind die Versammelten in der Jugendbegegnungsstätte Wiehenhorst. Sie haben sich zur Firmfreizeit getroffen, um sich auf ihre im März anstehende Firmung vorzubereiten. Begleitet werden die 25 Jugendlichen aus Wallenhorst, Rulle und Hollage von Gemeindereferent Dominik Heggemann und einer Gruppe Katecheten, von denen vier erst vor zwei Jahren selbst gefirmt wurden.

Eine von ihnen ist Sina Langemeyer. Die 18-Jährige absolviert ihr letztes Schuljahr, bevor sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau beginnen möchte. Gleich nach ihrer Firmung fragten sie und einige andere ihrer Gruppe sich, wie es möglich ist, den Kontakt zu halten und Unternehmungen wie die Firmfreizeit zu wiederholen. Heggemann lud die frisch Gefirmten ein, sich zu Katecheten ausbilden zu lassen, ein Angebot, auf das viele eingingen. Neben theologischen Themen wurden in ihrer Ausbildung auch pädagogische diskutiert, denn immerhin ist eine der Herausforderungen für die jungen Katecheten, dass sie nur wenig älter sind als die Firmlinge.

Vorurteile habe es deswegen aber nicht gegeben, und die Jugendlichen kommen gut miteinander aus – man spricht buchstäblich die gleiche Sprache und versteht sich schnell. Am ersten Abend mussten die Firmlinge sich daran gewöhnen, dass Sina und ihre Kollegen tagsüber den Ton angeben und abends auch mal eine Runde Karten mitspielen. Aber, so berichtet Sina, sie erinnere sich gut an ihre eigene Firmfahrt und versuche nun, Dinge besser zu machen als bei ihrer eigenen Fahrt, zum Beispiel, wenn sie bemüht ist, alle Teilnehmer in die Gruppe zu integrieren.

Keine schwere Aufgabe, denn die Jugendlichen sind aufgeschlossen gegenüber Lebens- und Glaubensthemen und diskutieren motiviert mit. Sina ist fasziniert davon, wie offen diskutiert wird und freut sich, Denkanstöße geben zu können. In ihrem Bekanntenkreis wurde sie für ihren Einsatz anfangs belächelt, doch sie selbst steht dahinter.

Dabei, erklärt Heggemann, sei es nicht das erklärte Ziel, alle Firmlinge als ehrenamtliche Helfer zu gewinnen oder öfters in die Kirchen zu locken – solche Erwartungen führten nur zu Enttäuschungen. Wenn es dann doch funktioniere, sei die Freude umso größer. Und das Konzept der jugendlichen Katecheten kommt an: die, die es miterlebt haben, seien begeistert, berichtet Heggemann.

Nadine Vogelsberg