Projekt „Kirche am Weg"

Handliche Kirchengeschichte

Wer etwas über St. Michael in Papenburg erfahren möchte, kann in ein Buch schauen. Oder einfach sein Handy auf den kleinen Strichcode neben der Eingangstür halten. Dann gibt es schnell einige Informationen zur Geschichte.

 

Per Tablet-PC öffnen Pfarrer Heiner Lohe (links) und Thomas Diekmann einen Blick in die St.-Michael-Kirche, der über den QR-Code abrufbar ist. Foto: Klaus Diekmann

Betritt der Besucher die Stufen zum Hauptportal der St.-Michael-Kirche in Papenburg, fällt ihm rechts neben der Eingangstür am alten Mauerwerk ein modernes Element ins Auge. Auf einer Acrylglasplatte leuchtet ihm eine in rot eingefasste quadratische Matrix entgegen. Per Smartphone oder Tablet-PC eröffnet der digital lesbare QR-Code dem Betrachter Einblick in die Historie des Gotteshauses. Denn die Kirche gehört zu den über 40 Einrichtungen im Bistum, die bei dem Angebot „Kirche am Weg“ mitmachen.

Die Schilder mit den QR-Codes sind wie Eintrittskarten, um in Geschichte und Geschichten der Orte einzutreten – um zu erleben, was sie mit Kirche verbindet, wie sie Kirche lebendig werden lassen. Die Codes können vor Ort mit Smartphone und passender App gescannt werden. Jeder Ort wird mit Texten und Bildern, manchmal auch mit Filmen und Ton vorgestellt. So erfährt man Details, die man sonst nicht hört.

„Wir wollen über den QR-Code unsere Kirchen St. Michael und St. Marien den Besuchern näherbringen“, sagt Thomas Diekmann vom Öffentlichkeitsausschuss des Pfarrgemeinderates. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf „Geschichten hinter der Geschichte“, ergänzt Rainer Gelhot, Beauftragter für die Internetseelsorge im Bistum. So werde beispielsweise erklärt, warum sich das Motiv der Seefahrt in den beiden Papenburger Kirchen findet.

Das Ewige Licht in St. Michael ist eingebettet in eine Schiffsnachbildung. Das erste Schiff, eine Spende Papenburger Seefahrer, sei eines Nachts 1980 gestohlen worden, berichtet Thomas Diekmann. Größer als der finanzielle Schaden sei der Verlust des ideellen Wertes gewesen. Aber durch eine Spende des Binnenschiffervereins konnte ein neues Schiff für das Ewige Licht erworben und im Oktober 1981 eingeweiht werden. Auch der Taufbrunnen stehe in Verbindung zur Seefahrt: Er sei von Papenburgern, die nach New York ausgewandert sind, gestiftet worden. Auch das zweite Gotteshaus, St. Marien, ist eine Station des Projekts „Kirche am Weg“. Eine Besonderheit, so Diekmann, sei der hölzerne Kreuzweg.

Erste Emsländer Kirchen bei „Kirche am Weg“

Dieser war der Gemeinde 1960 vom Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler geschenkt worden. Die Holzreliefs stammen aus dem französischen Passagierschiff „Pasteur“. Als das Schiff ausgemustert wurde, übernahm Bischof Wittler als Präsident des Raphaelswerks und Protektor der Seemannsgilde die Reliefs und gab sie der Kirchengemeinde.

Die Initiative des Bistums „Kirche am Weg“ sei im Pfarrgemeinderat schnell auf Bereitschaft zum Mitwirken gestoßen, sagt Diekmann. Die St.-Michael-Kirche liege direkt am touristischen Wanderweg Deutsche Fehnroute. Zahlreiche Radwanderer würden einen Halt am Obenende einlegen und dabei einen Abstecher zur Kirche unternehmen. Der QR-Code biete ihnen die Möglichkeit, auf schnellem Weg Interessantes über das Gotteshaus zu erfahren.

Klaus Diekmann

 

Zur Sache

In das Projekt „Kirche am Weg“ sind im Bistum derzeit über 40 Orte eingebunden, darunter Kirchen, Schulen, soziale Einrichtungen, Klöster und Bildungsstätten. Über den QR-Code können Besucher per Smartphone oder Tablet-PC erzählenswerte Details über die jeweilige Einrichtung digital abrufen. Das „QR“ steht für „Quick Response“ (schnelle Antwort).

Weitere Informationen zum Projekt gibt es bei der Internetseelsorge des Bistums per
E-Mail: info@kirche-am-weg.net; Homepage: www.kirche-am-weg.net