14.07.2014

Ausbildung beim Kirchenboten

Der Kirchenbote bildet Volontärinnen/Volontäre zu Redakteuren aus. Die Ausbildung geschieht in Zusammenarbeit mit dem Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), der katholischen Journalistenschule, in München.

In der zweijährigen Ausbildung durchlaufen die Volontärinnen/Volontäre zunächst die Bistumsredaktion, die über alle wichtigen Themen und Ereignisse im Bistum Osnabrück berichtet. Danach wechseln sie in die überregionale Mantelredaktion der Verlagsgruppe Bistumspresse, die ebenfalls im Haus des Kirchenboten sitzt. Zur Ausbildung gehören Seminare beim ifp sowie Praktika bei anderen Medien.

Weitere Informationen zur Ausbildung und zum Bewerbungsverfahren finden Sie hier.

 

Was genau lernt der Nachwuchs in den ifp-Kursen und in den Ausbildungsredaktionen? Und was begeistert junge Leute am Journalistenberuf? Davon erzählen ehemalige ifp-Volontäre.

 

Wiebke Brüggemann

Das ifp denkt in Möglichkeiten. Die Journalistenschüler werden nicht nur für Print ausgebildet, sondern auch fürs Radio und Fernsehen fit gemacht. Vertieft werden kann die trockene Theorie in diversen Praktika (für die Dauer der Praktika wird der Volontär weiter von der Stammredaktion nach Tarif!!! bezahlt) in verschiedenen Medien. Das ifp öffnet seinen Absolventen damit eine Vielzahl an Möglichkeiten, in den Beruf zu starten. Auf dem heutigen Arbeitsmarkt ist das eine riesige Chance.
Wem das noch nicht genügt, der kann in und nach seiner Zeit am ifp ein riesiges Netzwerk an Kontakten aufbauen. Ob Seminare, Jahrestreffen, regionale Stammtische oder Mailing-Circle, immer wieder lernt man neue Gesichter kennen.

Die Seminare sind so weltlich wie man sie sich nur vorstellen und wünschen kann. Moderne Arbeitsmaterialien und Medien; Referenten aus renommierten Redaktionen führen in die Welt des Journalismus ein. Das Arbeiten in der kleinen Gruppe ist äußerst effektiv. So viel wie in zwei Wochen ifp-Seminar lernt man manchmal nicht in zwei Jahren.

Und wer denkt, dass ifp bilde nur Nachwuchs zu Propagandazwecken der katholischen Kirche aus, hat weit gefehlt. Das ifp lehrt Kritik zu äußern – aber auch einzustecken. Das Ergebnis: Junge Journalisten, die reflektieren, hinterfragen, aber auch respektvoll Grenzen wahren.

 

Marie Eickhoff

Hinter mir im Regal liegt ein dicker Schmöker. Zwischen Duden und Bibel lagert in der Redaktion das ifp-Adressbuch. Denn das ifp ist nicht nur eine Schule. Das habe ich besonders beim Jahrestreffen gespürt. Da waren plötzlich ganz viele, die glauben, dass Journalismus Zukunft hat. Eine Gemeinschaft aus Querdenkern.

Wer vermutet, katholische Journalistenschüler seien fromme Schnarchnasen, der irrt. Gute Journalisten zeichnen sich für mich durch Neugier, Mut und einen wachen Blick aus. Sie sind wie Detektive, die die wichtigen Wahrheiten suchen und übersetzen.

„Kamera läuft“ hieß es schon im ersten Grundkurs: ein Interview im Fernsehstudio. Im ifp wird durch Erfahrungen gelernt, nicht nur durch Vortrag. Das Volontariat ist eine Ausbildung persönlicher Stärken. Das ist auch im Sprechtraining Programm, das das ifp fördert. Ich lerne nicht nur, mich schriftlich verständlich auszudrücken, sondern auch live zu überzeugen.

Journalisten tragen Verantwortung. Auch das ist mir in den ersten Monaten Ausbildung bewusst geworden. Medien haben Macht. Denn sie halten den Menschen den Spiegel vor. Eine wichtige Aufgabe. Hinter mir im Regal liegt ein dicker Schmöker mit Experten für diese Aufgabe: das ifp-Adressbuch.

 

Cornelia Klaebe

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass mein Leben so spannend wird – ich hätte ihm nicht geglaubt. Damals war ich mitten im Auswahlverfahren des ifp. Eigentlich sah ich mich chancenlos. Ich hatte mich beworben, weil ich nach dem Jurastudium etwas anderes machen wollte und weil ich gut schreiben konnte. Journalismus schien perfekt. Aber ich hatte keine Erfahrung, nur einen Blog, der mein Hobby war, und einen einzigen selbst verfassten Zeitungsartikel. Es geschah ein kleines „Wunder“: Meine Bewerbung hatte Erfolg, und ich durfte beim Katholischen Sonntagsblatt in Ostfildern bei Stuttgart anfangen. Mit viel Freude tauchte ich in die Arbeit ein, wurde ins kalte Wasser geworfen – und schwamm. In der ersten Woche war ich schon allein bei einem Termin und schrieb über einen Jugendchor. Danach folgten viele andere Artikel zu den verschiedensten Themen. Dabei komme ich gut herum und lerne spannende Leute kennen. Das Feedback in der Redaktion und die ifp-Seminare helfen mir sehr. Ich merke, wie ich immer besser schreibe. Jetzt habe ich gerade meine vierte Titelgeschichte abgeschlossen. Das macht mich schon stolz. Toll, dass ich das zum Beruf machen kann, was am meisten Spaß macht. Und klasse Freunde gibt’s beim ifp gratis dazu.

 

Ann-Christin Ladermann

Spannend, lehrreich und vielfältig – so könnte man mein erstes halbes Jahr als Volontärin umschreiben. Von Monat zu Monat durfte ich an immer mehr Projekten mitarbeiten, mehr ausprobieren, mehr Verantwortung übernehmen. Mittlerweile habe ich schon die Urlaubsvertretung von bestimmten Ressorts übernommen – für mich ein ganz besonderes eigenständiges Arbeiten, bei dem ich selbst Schwerpunkte setzen darf.

Zuletzt habe ich für eine Reportage einen Tag in einer Berufsschule verbracht, in der Flüchtlinge und Asylbewerber Deutschunterricht erhalten. Im Gespräch mit den jungen Erwachsenen habe ich viele tragische Hintergründe und für uns nur schwer vorstellbare Geschichten erfahren. Diesen Menschen zu begegnen – das ermöglicht mir das Volontariat.

Auch das ifp als Ort und Institution trägt dazu bei, dass ich mich in meiner journalistischen Ausbildungszeit gut aufgehoben fühle: Durch meinen Volontärsjahrgang und die Seminare im ifp habe ich Menschen mit ähnlichen Zielen und Einstellungen kennengelernt. Jedes Mal freue ich mich, wenn wir uns wiedersehen, uns austauschen können und dabei eine Menge Spaß haben!

 

Michael Merten

Skandale, Hypes, Affären – von Christian Wulff bis zu Franz-Peter Tebartz-van Elst – die letzten Monate hatten viele mediale Erregungswellen zu bieten. In dieser Zeit ein journalistisches Volontariat zu beginnen, ist lehrreich und spannend. In meiner Ausbildung bei der KNA lerne ich, möglichst unabhängig, nachrichtlich-distanziert und fair über Entwicklungen zu berichten. Ich versuche, ein Gespür dafür zu entwickeln, wo Aufklärungsinteresse aufhört und skandalträchtige Rudelbildung anfängt.

Was das Volontariat Marke ifp ausmacht, ist die besondere Konzeption mit einem Mix. Auf der einen Seite „praktische“ Arbeit in den Ausbildungsredaktionen, wo ich viel Freiraum zum Aufspüren, Organisieren und Schreiben von Storys habe. Auf der anderen Seite ausführliche, mehrwöchige Seminare und Sonderveranstaltungen beim ifp. Dort gibt es nicht nur Theorie, sondern dort entsteht auch ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Ich fühle mich im Haus nahe der Isar, das einen ganz besonderen Charakter hat, mittlerweile ein Stück weit zu Hause. Unser Jahrgang ist bereits nach kurzer Zeit zu einer „Klasse“ zusammengewachsen, die sich eng über die sozialen Netzwerke austauscht.

 

Elisabeth Rahe

Ich volontiere bei der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) im Ressort Multimedia, wo ich Audio- und Videobeiträge erstelle und fotografiere. Unsere Zentralredaktion befindet sich in Bonn, aber als Agentur berichten wir aus ganz Deutschland. Deshalb bin ich auch viel unterwegs: Gestern in Würzburg, heute in Köln und übermorgen in Mainz.

Als katholische Agentur behandeln wir in erster Linie kirchliche Themen, aber das heißt nicht, dass es langweilig oder einseitig wird. Ob Fotoreportage über eine Klosterimkerei, Video über syrische Flüchtlinge oder Interview mit einem Schauspieler, der in seinem neuen Film einen Pfarrer spielt – Themen rund um Kirche, Glaube und Religion sind abwechslungsreicher als man denkt! Mein Highlight war eine Pressereise nach Brasilien kurz vor der Fußball-WM, von der ich über die soziale Lage im Land berichtet habe. 

Zugegeben: Am Anfang war ich skeptisch, ob ein Volo in der katholischen Presse das Richtige für mich ist. Das Ausbildungskonzept hat mich aber überzeugt. Toll finde ich vor allem, dass wir beim ifp multimedial ausgebildet werden (Print, Online, Hörfunk, TV/Video), und dass zwei Praktika in anderen Redaktionen zur Ausbildung gehören.

 

 

Julia Rathcke

Mal im Knast mit Mördern über Freiheit sprechen? Schreiben lernen vom Seite-Drei-Reporter der Süddeutschen Zeitung? Zum SPIEGEL für ein Praktikum? Nein, das hätte ich vor einem Jahr nicht erwartet, als die Zusage zum Volo kam. Genauso wenig, dass ich mal in Bonn und Berlin, zeitweise in Hamburg und München leben würde. „Betet ihr jeden morgen den Rosenkranz?“ spotteten Bekannte anfangs. Später staunten sie ob der Angebote vom Institut: Herausragende Referenten, multimediale (Zusatz-)Ausbildung, tarifliche Vergütung, Journalistenreisen, Jahrestreffen. 

Dabei lernt man aber nicht nur Deutschland und Europa, sondern vor allem sich selbst kennen. Wie flexibel bin ich? Was kann ich gut? Will ich zum Radio, Fernsehen, Print- oder Onlinejournalismus? SZ-Reporter, Theodor-Wolff-Preisträger und ifp-Referent Jochen Arntz gab uns mit auf den Weg: „Journalismus wird es immer geben, es ist nur die Frage in welcher Form.“ Das passende Förmchen für sich zu finden, ist eben auch Ausbildungsziel. Und bei der Suche hilft das ifp nicht nur mit handwerklicher, sondern vor allem mit menschlicher Unterstützung. Als Volo-Jahrgang haben wir engen Kontakt, die Mitarbeiter und Referenten helfen immer unbürokratisch weiter, das Netzwerk Ehemaliger ist unbezahlbar. Wo immer man in der Medienlandschaft hin will, ein ifp-ler ist schon da.

 
 

Philipp Rudolf

Das Volontariat beim ifp ist für mich eine großartige Erfahrung, die Ausbildung ist sehr interessant und vor allem abwechslungsreich: Sie umfasst die Arbeit in der Stammredaktion, Praktika und die Kurse beim ifp, wo wir die Grundlagen der journalistischen Arbeit lernen. Die Kurse dort sind immer perfekt organisiert, so dass ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann.  Die Dozenten kommen von großen Medien, berichten lebhaft von ihrer Arbeit und geben so ihre Erfahrung an uns weiter. Was ich dort lerne, kann ich direkt in meine Redaktion einbringen.

Zunächst war ich dort in der Online-Redaktion, wo ich unter anderem  Reportagen für die bundesweite Kampagne der Caritas geschrieben und redigiert habe. Derzeit schreibe ich für die Print-Redaktion unter anderem einen Artikel über die Probleme im Ländlichen Raum. Hier war ich zur Recherche in Mecklenburg-Vorpommern an der polnischen Grenze.

Bei der Arbeit für die Publikationen des Deutschen Caritasverbands schätze ich vor allem die große Vielfalt von sozialen Themen: von Porträts über Ehrenamtliche bis zur Reportage über eine Werkstatt für Suchtkranke. Alles in allem fühle ich mich vom ifp sehr gut unterstützt und gut vorbereitet auf die Zeit nach dem Volontariat.
 

 

Maresa Stölting

Ich bin Multimedia-Volontärin im Bistum Trier. In meiner Ausbildung arbeite ich im Medienreferat, in der Rundfunkabteilung, in der Internetredaktion. Meine Kollegen nehmen sich Zeit für mich: für Fragen, für das Verbessern und Besprechen meiner Texte und mein Ausbildungsredakteur für ein monatliches Feedback-Gespräch. Das ist ein Luxus, den viele Volontäre nicht haben. Und es ist ein Luxus, so nette Kollegen zu haben.

Viele nette Menschen habe ich auch in München im ifp getroffen – und viel von ihnen gelernt. In den vier Wochen Kurs, die ich bisher dort verbracht habe, haben mich einige Dozenten, ihre Arbeit und ihre Offenheit uns Volontären gegenüber sehr beeindruckt. Beispielsweise Jochen Arntz, der Seite-3-Redakteur der Süddeutschen. Er hat uns vermittelt, worauf es bei einer guten Reportage ankommt. Die Stärken und Schwächen jeder einzelnen Übungsreportage konnte er uns genau erklären. Ulrich Lüke vom General-Anzeiger Bonn konnte uns nach dem ersten Lesen unserer Kommentare direkt ein konstruktives Feedback geben – mit einer Ruhe und Gelassenheit, die ich so selten erlebt habe.
Doch ich lerne nicht nur von den tollen Dozenten, sondern auch von meinen Mitvolontären. Beim Lesen ihrer Texte bewundere ich oft ihre Fähigkeiten. Sie sind Ansporn für mich, mich selbst zu verbessern. Der Austausch untereinander bringt uns alle voran und unsere Gemeinschaft prägt unser aller Volontariat in besonderer Weise.

 

Carolin Strohbehn

Nach meinem Studium war es mein Wunsch im Journalismus zu arbeiten. Meine Fächer waren Theologie, Philosophie und Bildungswissenschaften, sodass das ifp eine bevorzugte Stelle für mich war. Beim Paulinus in Trier kann ich meine persönlichen Kenntnisse einbringen und weiter ausbauen. Das gilt sowohl theologisch, aber vor allem journalistisch. Durch die überschaubare Größe der Redaktion hat man als Volontär die Möglichkeit den Schaffensprozess der gesamten Wochenzeitung zu überblicken und selbst ein Teil davon zu sein. Jeden Dienstagmittag hängen dann alle Vorlagen im Flur des Büros – eine Übersicht der ganzen Arbeit aller Redakteure und Mitarbeiter.

Die prägendste Erfahrung war bisher das Taizé-Jahrestreffen in Straßburg, über das ich berichten durfte. Ich habe dabei viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern getroffen, die bereit waren mit mir ihre Glaubenserfahrung zu teilen.

Den Mehrwert, den ich allerdings im ifp sehe, ist die enge Verbindung zwischen den Auszubildenden und Absolventen. Außerdem die Möglichkeit des Austauschs beispielsweise auf den Jahrestreffen. Ich konnte persönlich und journalistisch durch Gespräche und Erfahrungen anderer wachsen. Die tolle Gemeinschaft macht aus den Kursen in München eine unvergessliche Zeit.

Zurzeit mache ich mein erstes Praktikum bei der dpa in Berlin und lerne eine ganz andere Form des Journalismus kennen. Eine Möglichkeit mich noch während des Volontariats auszuprobieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

 

 

Christina Weise

Multimedial und international – so ist mein Volontariat bei Blickpunkt Lateinamerika von Adveniat. Bei jedem Medium, das in meiner Redaktion vertreten ist, darf ich mitarbeiten: von der Printausgabe über die Internetseite bis hin zu Facebook, Twitter und den Podcast. Und sogar an einem kleinen Film war ich schon beteiligt.

Den Facebook- und Twitteraccount betreue ich selbstverantwortlich, genauso wie den Podcast, bei dem ich auch die Moderation übernehme. Dabei hilft es mir besonders, dass das ifp mir ein professionelles Sprechtraining ermöglicht, was ich schon vor dem Volontariat gerne machen wollte. Durch das Training bekomme ich bei meinen Moderationen und Audiobeiträgen immer mehr Sicherheit und bemerke jedes Mal kleine Erfolge. Durch die Seminare und die abwechslungsreiche Arbeit in der Redaktion kann ich mich in vielen Bereichen ausprobieren und habe schon nach kurzer Zeit festgestellt, wo meine Stärken liegen.

Außerdem lässt das ifp einen Traum von mir wahr werden: Nicht nur noch einmal nach Brasilien zu reisen, sondern dort auch noch journalistisch zu arbeiten. Während des Praktikums beim ZDF in Rio. Und das wird nicht die einzige Reise sein, die ich im Rahmen des Volontariats machen werde.

 

Interessenten können sich auch im Volo-Blog informieren.