22.11.2011

Religionslehrer als Glaubenszeugen gefordert

Auftanken für den Unterricht

Sie sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Kindern und Kirche: die Religionslehrer. „Viele Kinder und Jugendliche kennen Kirche und Glauben heute fast nur noch durch sie“, sagt Ina Eggemann, zuständige Beauftragte für die Schulpastoral. In Papenburg fand jetzt der erste ökumenische Religionslehrertag statt.

„Diese Lehrer brauchen nicht nur fachdidaktische Fortbildung“, so Ina Eggemann. Mit ihrem Fach seien Religionslehrer im Kollegium oft ein Sonderfall, stünden  als Einzelkämpfer vor ihren Klassen und erlebten direkte Rückwirkungen des Bedeutungsverlustes von Kirche und Glauben für ihr Fach. Eggemann, die den Tag mit Pfarrern und Lehrerinnen vorbereitet hat, weiß, dass Religionslehrer immer stärker als Zeuge eingefordert sind, auch wenn sie selbst mit Entscheidungen der Kirche haderten. Auf der Fortbildung sollten die Teilnehmer daher Verständnis und Unterstützung, Stressbewältigung und Spiritualität statt Forderungen und Belastungen erfahren.

Dass die Rolle des Religionslehrers immer mehr davon geprägt ist, Hauptvermittler christlichen Glaubens für die Kinder zu sein, das hat auch Petra Jurczyk erfahren. Die 49-Jährige unterrichtet Religion an der Diekhaus-Grundschule in Papenburg. Sie versucht sich in ihrem Fach ganz bewusst vom schulischen Leistungsdruck zu lösen: „Lehren und Lernen ist kein seelenloses Geschäft. Im Religionsunterricht geht es nicht nur um den Verstand, sondern auch um die Herzensbildung.“

Sie möchte bei den Kindern neben der Wissensvermittlung auch Kompetenzen stärken, zeigen, „dass Noten und Leistung nicht alles im Leben sind“. Im Religionsunterricht müsse daher Zeit sein, Dinge ruhiger angehen zu lassen, „mal eine Kerze anzuzünden, leise zu sein, Ruhephasen für mich und die Schüler einzulegen“, betont sie. Ihr Unterricht sei immer mehr auch als Quelle gefordert. Auch für die Lehrer. „Daher haben der Austausch und das Auftanken so gutgetan“, betont die Lehrerin. „Denn nur wenn ich weiß, wie ich selbst auftanke, kann ich es auch mit den Kindern tun.“

Astrid Fleute